Die Belastung der Wirbelsäule ist in lotrechter Haltung des Körpers minimal. Die durch die Schwerkraft bedingte Belastung wirkt in dieser Haltung am wenigsten negativ auf den Kopf und den Körper, dass nur die Haltung des aufrechten Stehens maximal passend für Kopf und Körper sein kann.

 

Im Liegen wird die für den Kopf minimal belastende Haltung aktiv nicht erreicht. Die Spannung in Schulter und Nacken wird in der Folge auch nicht entspannt. Der Kopf bedarf zur Entspannung entweder der permanenten Spannung in Schulter und Nacken oder er wird in Verwendung einer geeigneten Vorrichtung passiv passend positioniert und in dieser Position fixiert, was auch für den Rest des Körpers eine bedingte Positionierung sowie Fixierung bedeutet.

 

Im mehr oder minder seitlichen Liegen ist die Wirbelsäule durch die sowohl einseitig als auch oben seitlich wirkende Schwerkraft nicht passend belastet.

 

Strukturen des Körpers, die in passender Haltung vertikal von oben nach unten belastet werden und die auf diese vertikale Belastung von oben nach unten hin optimiert sind, werden im seitlichen Liegen nicht primär vertikal sondern primär horizontal und nicht ihrer optimierten Konstitution entsprechend symmetrisch belastet. Die Schwerkraft wirkt in Ausmaß und Richtung auf den gesamten Körper im Liegen, sowohl passiv als Druck, wo die sich in Ruhe befindenden Strukturen im Kontakt mit der Unterlage befinden, als auch passiv als Zug, wo die sich in Ruhe befindenden Strukturen nicht im Kontakt mit der Unterlage sind.

 

In Kombination dieser Wirkung von Druck und Zug resultieren verschieden starke und verschieden gerichtete Torsionen auf verschiedene Teile des Körpers entsprechend verschieden. Die nicht primär vertikale sondern primär horizontale Belastung durch Druck und Zug sowie Torsion wirkt verstärkt auf Strukturen, die außerdem einer aktiven Spannung unterliegen z.B. wenn sie sich in Bewegung befinden oder einer nicht passenden Positionierung kompensierend entgegen wirken, im Besonderen dann, wenn sich die Bewegung nicht bewusst und nicht kontrolliert vollzieht.

 

Im Liegen sind Strukturen passiv anders gelagert und werden aktiv anders verlagert als im Stehen. So wird der liegende Kopf im Schwerpunkt nicht notwendigerweise aktiv um die eigene Achse gedreht, so dass das Lot durch Kopf und Körper erhalten bleibt, und sich der Kopf vor, während und nach der Drehung auf weitgehend gleicher Stelle der Unterlage befindet. Wird der liegende Kopf vielmehr über den Hinterkopf abgerollt, bleibt das Lot durch Körper und Kopf nicht erhalten. Der Kopf wird nur zum Teil um die eigene Achse gedreht, zum Teil wird er durch die Biegung der Wirbelsäule zur Seite im Nacken geneigt. Der Kopf befindet sich vor, während und nach dem Abrollen nicht an gleicher, sondern an nebeneinander gelegenen Stellen. Auf die HalswirbelSäule wirken Impulse nicht primär vertikal sondern primär horizontal, die zwar dieselben Strukturen betreffen, nicht aber in derselben Richtung und nicht mit derselben Gewichtung.

 

Im Liegen befindet der Kopf sich nicht in einem selbsttragenden Gleichgewicht. Seine Masse ist zwar nicht aktiv zu halten, kann aber auch nicht in eine für ihn angemessene, primär vertikal und symmetrisch belastende Haltung, frei von Drehung und Neigung gebracht werden. Außer in ausgeglichener RückenLage, mit dem Gesicht senkrecht nach oben, kann der Kopf im Liegen nicht in einer von Drehung und Neigung freien Position gelagert werden. In jeder Kombination von Drehung und Neigung befindet der Kopf sich nicht in einer angemessen Position um der wirkenden Spannung entspannend entgegen zu wirken.

 

Im Liegen befindet auch der Körper sich nicht in einem selbsttragenden Gleichgewicht. Deswegen muss nicht nur der Kopf sondern der gesamte Körper nicht nur gehalten, sondern in dieser Haltung auch ausreichend dynamisch stabilisiert werden, um weder Aktion noch Reaktion der Muskulatur zuzulassen oder zu fordern. Soll der Kopf sich dennoch, wie auch der gesamte Körper bewegen können, kann er im Liegen nicht genügend Entspannung erlangen. Die Spannung ist, besonders im Schlaf weil unterbewusst, mit geeigneten Mitteln angemessen zu kontrollieren. Die resultierende Spannung ist auf ein Minimum zu reduzieren, das Minimum ist passend zu positionieren und die Position ausreichend dynamisch zu stabilisieren oder stabil zu dynamisieren, anderenfalls folgt vermehrte Verspannung.

 

Im Sitzen ist, anders als im Liegen, eine nicht angemessene Haltung vermehrt aktiv aufrechterhalten, weswegen das Sitzen weniger günstig als Liegen auf den gesamten Körper wirkt. Im Sitzen sind Teile desselben Körpers zugleich grundsätzlich verschieden gelagert. Ein Teil des Körpers befindet sich in eher vertikal gerichteter, ein anderer Teil in eher horizontal gerichteter Position.

Ist der Körper nicht in gleichem Maß ausgerichtet, so dass die verschiedene Positionierung verschiedener Teile des Körpers die Wirkung von Druck und Zug sowie der aus beiden resultierenden Torsion in verschiedener Richtung auf diese Teile des Körpers bedingt, wirkt zum einen auf Grund der verschieden ausgerichteten strukturellen Belastung die gleiche Schwerkraft zugleich auf die verschiedenen Teile des Körpers verschieden, zum anderen sind die verschiedenen Positionen desselben Körpers und durch denselben Körper verbunden, so dass an den Stellen dieser Verbindungen eine mehr oder minder kontinuierlich in Ausmaß und Richtung veränderte Wirkung den Körper belastet. Die Verbindungen der Positionen wirken durch die bedingte Belastung wieder zurück auf die Positionierung, so dass der Körper sich intuitiv kompensierend derart verhält, Abweichungen von der Norm der geringsten Belastung sowie Schwankungen in der Belastung auf die verschiedenen Teile des Körpers zu revidieren.

 

Im Sitzen sowie im Liegen ist diese intuitiv kompensierende Positionierung des Körpers weitgehend begrenzt. Im Stehen und vielmehr noch in der Bewegung kann die intuitiv kompensierende Positionierung des Körpers bei angemessener Haltung die Reduktion der Belastung und die daraus bedingte Entlastung weitgehend optimieren.

 

In der optimierenden Bewegung wird der Körper zugleich maximal positiv entlastet und minimal negativ belastet. In Kombination beider Faktoren wird die Haltung momentan korrigiert und ist die Korrektur wiederum Teil der Bewegung. Spannungen werden nicht permanent aufrechterhalten, gehen verschiedene Konstellationen der Spannung entsprechend verschiedenen Konstellationen der Haltung auseinander hervor und ineinander über, so dass notwendig Phasen der Entspannung den Phasen der Spannung zwischengelagert sind. Ist der Ablauf der Bewegung derart koordiniert, und sind die an der Bewegung beteiligten Momente der Haltung der Konstitution des Körpers zuträglich, kann auch die Entspannung optimal sein.

 

Bei all dem ist zu beachten, dass die relativierte Modifizierung der Lage von Körper und Kopf voraussetzen muss, Kopf und Körper in der konkreten Anwendung als bedingt voneinander getrennt betrachten zu können.

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© LEONARD PENGLER